Patenschaft des Kreises Pinneberg mit der Kreisgemeinschaft Fischhausen
Am 30. März 1951 beschloss der Pinneberger Kreistag einstimmig "die patenschaftsmäßige Förderung und Hilfe zur ideellen und kulturellen Betreuung des Samlandes Fischhausen" zu übernehmen.
Damit hatte der Kreis Pinneberg als erster in der Bundesrepublik Deutschland die Patenschaft für einen ostpreußischen Landkreis übernommen.
1945 lebten 65.000 Einwohner auf einer Fläche von 1.923 km im Kreis Fischhausen. Herman Sommer kam 1945 mit geretteten Museumsbeständen der Burg Lochstädt und des Kreisarchivs Fischhausen nach Borstel bei Pinneberg. Für den Kreis Samland (der Kreis Fischhausen und der Landkreis Königsberg bildeten seit dem 01.04.1939 das Samland) wurde 1946 das samländische Archiv im Kreis Pinneberg als Auskunftsstelle eingerichtet. Die ehemaligen Mitglieder des Kreisausschusses des Samlandes Fischhausen sind am 13.10.1950 an den Pinneberger Kreistag mit der Bitte herangetreten, dass der Kreis Pinneberg die Patenschaft für den Kreis Fischhausen übernehmen sollte.
Der Beschluss des Pinneberger Kreistages sechs Jahre nach Kriegsende war Ausdruck einer so empfundenen Verantwortung, einen Beitrag zu leisten zum Wiederaufbau, zur Festigung des Friedens und zur Erinnerung daran, welche furchtbaren Folgen Kriegshandlungen überall in der Welt für die davon betroffenen Menschen haben, zu leisten.
1981 hat die Kreisgemeinschaft Fischhausen sich als Verein eintragen lassen.
Das jährliche Zusammentreffen der Kreisgemeinschaft Fischhausen in Pinneberg hat über die Jahre zu einem Zusammengehörigkeitsgefühl ehemaliger Fischhausener mit der hiesigen Bevölkerung geführt.
Die Schirmherrschaft für dieses Treffen übernehmen im jährlichen Wechsel die Kreispräsidentin bzw. der Kreispräsident und der Bürgermeister der Stadt Pinneberg.
Aus dieser Patenschaft ist 1991 die Partnerschaft mit dem Rayon Selenogradsk entstanden. Die Kreisgemeinschaft Fischhausen unterstützt den Kreis Pinneberg maßgeblich bei seinen Partnerschaftsaktivitäten.